Chronik

Chronik unseres Imkervereins


Die bewegte Chronik unseres Vereins wurde von  Imkerfreund Joachim Thiel in seinen Artikeln  "Zur Geschichte des Imkervereins Blankenfelde, von der Gründung bis 1945" und  "Zuversichtlich in die Zukunft - Zur Geschichte des Blankenfelder Imkervereins nach 1945" interessant und spannend zusammengestellt und kann in den Heimatjahrbüchern des Landkreises Teltow-Fläming 2014 und 2016 nachgelesen werden. 

Die Geschichte des Vereins beginnt mit der in altdeutscher Handschrift (Sütterlin) protokollierten Gründung am 2. Juni 1895. An der Tradition, die Geschicke des Vereins in Kladden zu dokumentieren, wurde bis 1975 festgehalten. 

Basierend auf der Chronikarbeit von Imkerfreund Joachim Thiel ist nachfolgend die Vereinsgeschichte tabellarisch zusammengefasst und wird fortlaufend von uns ergänzt.

1895

Keimzelle des heutigen Imkervereins Blankenfelde ist der Imkerverein "Dreiblatt". Er wurde am 2. Juni 1895 in Groß-Kienitzmit dem Vorsitzenden Adolf Kammann und weiteren sieben Mitgliedern aus Groß- und Klein-Kienitz, Brusendorf und Rangsdorf gegründet.

Sechs Mitgliederversammlungen im Jahr wurden als Wanderversammlungen im Wechsel in den Orten der Mitglieder abgehalten.

Fünfzig Pfennig im Jahr bezahlte jedes Mitglied an die Vereinskasse.

Der Verein ist Mitglied im Märkischen Zentralverband mit insgesamt 1413 Mitgliedern in 67 Zweigvereinen.

1896

Im Verein wurden 107 Bienenvölker gehalten. Der durchschnittliche Honigertrag pro Volk lag bei ca. 4 Pfd. (2 kg) im Jahr.

1898

Der Verein wuchs auf 15 Mitglieder an, aber mit nur 112 Völkern.

1899

Auflösung des Märkischen Haupt- und Zentralverbandes. Dafür Gründung des Provinzialverbandes der Bienenzüchter für die Mark Brandenburg als Dachverband der Zweigvereine, zu denen auch Dreiblatt gehörte.

Die Beitragshöhe jetzt 75 Pfennige pro Mitglied im Jahr.

1909

16 Vereinsmitglieder bewirtschaften 196 Völker. 

1911

Einführung von Standkontrollen durch Beauftragte der Landwirtschaftskammer. Dazu die ablehnende Meinung im Verein: "Die Sache riecht zu sehr nach Polizei!"

Ein Glas Honig (0,5 kg) kostet zwischen 1,- bis 1,5 Goldmark.

1914 - 1918

Mangelwirtschaft im und nach dem Weltkrieg für lebenswichtige Güter. Die Zuckerknappheit (Winterfutter für die Bienen) bedeutet für die Imker ein großes Problem. Der Verein regelt die Zuteilung des Zuckers gegen die Abgabe von Honig, der - ebenso wie Wachs - der Bewirtschaftung unterlag. Zucker und Honig reizte, Bienen zu halten. Kein Wunder, dass die Mitgliederzahlen sprunghaft von 27 (1917) bis auf 70 (1922) anstiegen.

Der Krieg forderte auch im Verein seine Opfer. Imker bzw. deren Söhne standen an der Front, waren verwundet oder in Gefangenschaft. Gefallene wurden beklagt. Der Verein spendete Honig für Soldaten und Lazarette.

1922

Das Einzugsgebiet des Vereins reichte jetzt

- im Norden bis nach Lichtenrade (ab 1920 zu Berlin gehörig),
- im Süden bis Dabendorf und
- von Klein-Beeren im Westen
- bis nach Kallinchen im Osten,

insgesamt etwa 24 Dörfer und die Stadt Mittenwalde.

Zu den Versammlungen hatten manche Mitglieder Wege bis zu 20 km mit der Bahn, dem Fahrrad oder zu Fuß zurück zu legen.

1924

Mit Einführung der Reichsmark betrug der jährliche Vereinsbeitrag 6,0 RM. Nach Austritt vieler "Zuckerimker" (so genannt wegen der Vergünstigungen in den Mangeljahren) verblieben nur noch 38 Vereinsmitglieder. Streitereien über die Zuckerzuteilung führten fast zum Auseinanderbrechen des Vereins.

1925

Die Feier des 30-jährigen Bestehens des Imkervereins Dreiblatt fand in Klein-Kienitz mit Ehrung und Würdigung des Vorsitzenden Adolf Kammann für seine langjährigen Verdienste statt.

1928

Polizeiliche Erfassung aller Bienenhalter und Kontrolle der Bienenvölker zwecks gezielter Bekämpfung der Faulbrut.

1933

Neuregelung des Vorstandes auf nationalsozialistischer Grundlage.

- Die Herren Imker hießen von jetzt an "Kamerad".

- Ein Vorstandsmitglied musste Landwirt sein.

Der langjährige Vorsitzende Adolf Kammann kündigte seinen Rücktritt an.

1934

Statt "Dreiblatt" heißt der Imkerverein nun "Ortsgruppe Groß-Kienitz" in der Landes-Fachgruppe Kurmark und bald darauf "Ortsfachgruppe Groß-Kienitz".

1935

Ehrung von Adolf Kammann für 40-jährige ununterbrochene Vereinsleitung.

Den Vorsitz übernahm am 1. Januar 1936 der Dahlewitzer Lehrer Max Griesbach.

1939

Mit Ausbruch des zweiten Weltkrieges erfolgte wieder die Kontingentierung von Lebensmitteln und anderer Güter. Zucker gab es nur auf Marken und für Imker zusätzlich gegen Abgabe von Honig für die Einfütterung. Wieder Anreiz, Bienen zu halten.

Vom Reichsnährstand kam die Forderung an die Imker, mit den Völkern in den Raps zu wandern, um die Ölgewinnung zu sichern.

Der Verein hieß jetzt "Ortsfachgruppe Rangsdorf"mit 73 Mitgliedern und 724 Völkern.

1940

Der sich zunehmend nach Deutschland verlagernde Luftkrieg beeinträchtigte empfindlich das Vereinsleben und die Imkerei.

1943

Ausfall der Dezember-Sitzung wegen zu geringer Beteiligung, da in der Nacht vom 1. zum 2.12. ein Luftangriff auf Berlin auch Schäden an Gebäuden und Beuten in den Orten am südlichen Stadtrand verursachte.

1944

Ausfall der Januar-Sitzung wieder wegen zu geringer Beteiligung. Grund dafür war der Luftangriff mit schweren Schäden durch Spreng- und Brandbomben in Dahlewitz und den umliegenden Orten.

Die Sitzungsprotokolle enden mit der letzten Versammlung im Krieg am 8. Oktober 1944. 

1946

Beseitigung der Kriegsschäden an Beuten, Geräten und Bienenhäusern.

Wiederbeginn der Imkerei im ehemaligen Vereinsgebiet auf Initiative von Alfred Grasnick.

1947

Erste Vereinssitzung im Juli in Rangsdorf.  Klavierbaumeister Köhler wird als Vorsitzender gewählt. 425 über Krieg, Zerstörung und Plünderungen gerettete Bienenvölker werden von 32 Imkern gehalten.

1948

Der Verein heißt jetzt: Imkerverein  Blankenfelde mit neuer Vereinssatzung und Wahl des Vorstandes.

Wiederaufleben der Königinnenzucht durch Alfred Grasnick.

1949

Tod von Max Grießbach, Vorsitzender von 1935 bis Kriegsende.

1950

Streng überwachtes  Ablieferungssoll für Honig (7,5 kg/Volk) und Wachs.

Für zusätzlich abgelieferten Honig gibt es Briketts und Textilpunkte für Bekleidung.

Hohe Völkerverluste durch  Spritzmittel Gesarol und Wofatox registriert.

1953

Unstimmigkeiten im  Verein  führen  zum  Vorstandswechsel. Statt Köhler führt Sigismund kommissarisch die Geschäfte.

Nach Neuorganisation des Vereinswesens der DDR heißt der Imkerverein jetzt "Sparte Bienen Rangsdorf" im Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter (VKSK).

1956

Das Abgabesoll für Honig wird wegen schlechter Ernte nicht erfüllt. Notstandszucker zur Einwinterung der Völker gibt es nur über Antrag vom Rat des Kreises.

1957

Nach mehrfachem Wechsel des Vorstandes übernimmt der Lehrer Herbert Gausche den Vorsitz für die nächsten zehn Jahre. Im Verein betreuen jetzt über 50 Imker 430 Bienenvölker. Von denen stehen über die Hälfte zur Bestäubung in Obstplantagen und Rapsfeldern.

1960

Unter Herbert Gausche Bildung von Zuchtgemeinschaften zur Förderung der bereits von Alfred Grasnick eingeführten sanftmütigen Carnica Biene.

1974

Schlechtestes Honigjahr seit 1916. Die Haupttrachten von Robinie und Linde fallen komplett aus.

1977

Bei Bienenvölkern im Vereinsgebiet wird erstmalig die Varroamilbe (Varroose) entdeckt.

Herbert Gausche wird erneut Vorsitzender des Imkervereins.

1982

Sämtliche Bienenstöcke im Verein sind von der Varroamilbe befallen. In den folgenden Jahren wird zur Bekämpfung Ameisensäure mit Erfolg angewendet. Der Verein ist Vorreiter bei der Anwendung in der DDR.

1984

Die staatliche Förderung der Bienenhaltung, insbesondere die Erhöhung der Aufkaufpreise von 1 kg Honig auf 14,- Mark der DDR, bewirkt einen starken Anstieg der Mitglieder im Verein. In DDR- Zeiten betreuen zeitweise bis zu 100 Imker über 1000 Bienenvölker. Es wird viel mit den Völkern in lohnende Trachtgebiete gewandert.

1989

Mit der politischen Wende ergeben sich viele Änderungen  für die Imker und für die Vereine. Einführung der Marktwirtschaft. Wegfall der staatlichen Preisstützung und der Aufkaufstellen für Honig. Jetzt Eigenvermarktung.

Auflösung des VKSK, dafür Gründung von Kreis- und Landesimkerverbänden, sowie der Imkervereine e.V.

Zum Imkerverein Blankenfelde gehören nur noch knapp 30 Mitglieder.

1991

Bestätigung vom Kreisgericht Zossen über die registrierte Eintragung des "Imkerverein Blankenfelde und Umgebung e.V."mit neuer Satzung. Die langjährigen Mitglieder Herbert Gausche und Leo Heimann übernehmen den Vorstandsvorsitz, Rolf Krahl die Kassierung und Ilse Martin die Schriftführung.

Die Vereinsmitglieder stammen aus den Orten Blankenfelde,  Dahlewitz, Rangsdorf, Mahlow, Groß-Kienitz und Großbeeren.

Der Verein mit 25 Imkern schließt sich dem Landesverband Brandenburgischer Imker e.V. und dem Deutschen Imkerbund e. V. an.

1993

Gegenüber der bisher im Verein üblichen Bienenhaltung in Hinterbehandlungs­beuten setzt sich zunehmend die Magazinimkerei durch.

Die Reinzucht der Carnica wird im Verein wieder gefördert, neue Belegstationen genutzt.

Rege Mitarbeit bei der Aufforstung im ehemaligen Grenzstreifen "Grüngürtel für Berlin Süd". Viele Aktionen zum Schutz von Bienenweidepflanzen .

1995

"100 Jahre für die Bienen"

Unter diesem Motto steht die Feier zum 100. Jahresstag des Imkervereins Blankenfelde und Umgebung e.V. im Blankenfelder Gasthaus "Zur Eiche" mit 26 Mitgliedern.

1998

Die bösartige amerikanische Faulbrut wird bei Bienenvölkern in mehreren Orten des Vereins registriert. Als Infektionherd werden Importhonige und illegale Wanderimker mit kranken Völkern ohne Gesundheitszeugnis vermutet.

2002

Leo Heimann löst Herbert Gausche als 1. Vorsitzenden  des Imkervereins Blankenfelde und Umgebung e.V. ab. Herbert Gausche bleibt dem Verein als 2. Vorsitzender erhalten.

2010

Im Verein betreuen jetzt 35 Imker ca. 200 Völker.

Wegen des anhaltenden Zuwachses an Vereinsmitgliedern finden die monatlichen Versammlungen im Bürgerhaus  Dahlewitz statt.

2013

Tod des 2. Vorsitzenden, Herbert Gausche.

2016

Der Vorstand muss neu aufgestellt werden. Dr. Iver Lauermann und Ute Bartrina von Eckartsberg werden als Vorstandsvorsitzende, Elfie Brandt als Kassiererin und René Borch als Schriftführer gewählt.

Der Verein beschließt Änderungen und Ergänzungen zur Altsatzung von 1991.

Tod des langjährigen Vereinsmitgliedes und gleichzeitig langjährigen 1.Vorsitzenden des Landesverbandes  Brandenburgischer Imker e.V. Reiner Gabriel.

2017

Das allgemein steigende Interesse an der Bienenhaltung wird auch an der wachsenden Zahl der Vereinsmitglieder kenntlich, die jetzt auch aus Orten außerhalb des Landkreises Teltow-Fläming kommen.

Anfang 2017 betreuen im Verein 54 Mitglieder rd. 400 Völker.

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